„Wir stoßen nur auf Hürden und Schweigen“

Wir sind sehr enttäuscht von der Tatsache, dass privat angebotene Unterkünfte für Flüchtlinge von unserer bayrischen Regierung leider kommentarlos ausgeschlagen werden.

Über den Helferkreis Ottobrunn bekamen wir auf unser Angebot, ein Zimmer mit Bad in unserem Haus an einen Flüchtling zu vermieten, im Oktober 2015 Namen von Unterkunftssuchenden genannt. Deren Behausung sollte im Frühjahr 2016 abgerissen und die Bewohner umgesiedelt werden. Wir lernten einen jungen Mann (23 J.)  aus Afghanistan kennen (sein Aufenthalt ist hier gestattet und seine Gestattung wird jedes halbe Jahr erneuert, ein Asylverfahren läuft). Er hat seit September 2015 einen Ausbildungsvertrag als Koch und geht zuverlässig seiner Arbeit nach und lernt fleißig in der Berufsschule.

Schon frühzeitig und mit Unterstützung des Helferkreises wurde das Landratsamt München mit allen nötigen Unterlagen darüber informiert, dass für diesen jungen Mann ein privater Wohnsitz zur Verfügung gestellt wird und dass er seine Mietkosten selber übernimmt.
Auf dieses Angebot kam zunächst überhaupt keine Reaktion von Seiten des Landratsamtes und erst nach mehrmaligem Nachhaken des Helferkreises wurde mitgeteilt, dass  noch keine Entscheidung getroffen wurde.

Im März 2016 bekam der junge Mann den Bescheid,  in eine Zwei-Zimmer-Wohnung nach Taufkirchen ziehen zu müssen. Dort lebt er auf engstem Raum mit sieben Männern zusammen und hat einen wesentlich weiteren Weg zu seiner Lehrstelle. Auf Anfrage des Helferkreises hieß es von Seiten des Landratsamtes, dass die Entscheidung evtl. anders ausgefallen wäre, wenn er einen Arbeitsvertrag gehabt hätte, aber ein Ausbildungsvertrag ließe nur eine Unterbringung in einer Sammelunterkunft zu! Wir verstehen nicht, wieso das Landratsamt München solch ein kostenloses Geschenk kommentarlos ausschlagen kann.

Am 31.03.2016 stellte der junge Mann mit Hilfe des Helferkreises noch einen offiziellen Antrag auf private Wohnsitznahme an die Regierung von Oberbayern.  Der blieb bis zum heutigen Tag unbeantwortet! Auch weitere Schreiben an die Bürgermeister unserer Gemeinden (Neubiberg, Ottobrunn), an das Landratsamt München und an Herrn Landrat Göbel blieben ohne Ergebnis.

Wir stoßen nur auf Hürden und Schweigen!
Wie lässt sich Integration besser leben, als mit unserem Angebot und mit dem Fleiß des jungen Mannes, alle Sprach- und Kulturhürden zu bewältigen und eine Ausbildung (wie von unserer Kanzlerin immer gewünscht) zu absolvieren.

Dr. Peter und Gabriele Conrad