„Es sollen nicht immer wieder Steine in den Weg gelegt werden!“

Monika Lorenz und ihr Ehemann, Bäckermeister Walter Lorenz, betreiben im niederbayerischen Osterhofen (Landkreis Deggendorf) in der dritten Generation eine kleine Bäckerei. Seit Juli 2014 haben sie einen jungen Flüchtling aus Pakistan als Lehrling beschäftigt: Saqib ist hoch motiviert und fleißig, hat innerhalb kürzester Zeit Lesen und Schreiben gelernt und bereitet sich nun intensiv auf den letzten Abschnitt seiner Ausbildung zum Bäckergesellen vor. „Für deutsche Handwerksbetriebe, die immer mehr Probleme haben, Nachwuchs und geeignete Fachkräfte zu bekommen, sind Menschen wie Saqib Gold wert“, ist Frau Lorenz überzeugt. Doch nun sollte alles abrupt enden, denn der junge Mann ist volljährig geworden und soll demnächst aus dem Jugendhilfesystem, das für ihn zuständig war, herausfallen. Sein Asylantrag ist bisher nicht bearbeitet worden, weshalb er nun von der ortsnahen Jugendwohngemeinschaft in eine entfernt gelegene Gemeinschaftsunterkunft ziehen müsste. „Das würde bedeuten, dass er dann nicht mehr zur Arbeit kommen könnte, denn die ersten Züge fahren morgens erst um sechs Uhr. Mit den Arbeitszeiten als Bäcker ist das nicht vereinbar.“ Deshalb hat Frau Lorenz Saqib jetzt unterstützt, einen Antrag auf private Wohnsitznahme zu stellen, damit er weiter in Osterhofen bei ihnen wohnen bleiben darf. „Inzwischen stehen die Zeichen ganz gut, dass das klappt“, ist Frau Lorenz zuversichtlich, nachdem sie sich bis zum Regierungspräsidenten hinauf für ihren Schützling eingesetzt hat.