Die Katze beißt sich in den Schwanz

Ich habe es nach acht Monaten und extremen Hürden nebst unendlicher Bürokratie endlich, endlich geschafft, dass „meine“ drei Jungs (Syrer, 2x18J, 1x17J) aus Bautzen wieder nach Bayreuth zurück dürfen. Es gab eine Wohnungszusage, die Jungs sollten übermorgen kommen, Montag sollte die Wohnungsübergabe stattfinden – so weit, so gut … Plötzlich verzögert sich das Erstellen des Mietvertrages, der Vertragsentwurf muss erst noch „geprüft“ werden und ich soll Extra-Bescheinigungen zur Übernahme der Miete und zur Übernahme der Geschäftsanteile bei der Sozialen Baugenossenschaft vorlegen. Die normale und übliche Erklärung des Jobcenters über die Angemessenheit der Miethöhe, die ich bereits vorgelegt habe, reicht auf einmal nicht mehr aus. Etwaige (verbindliche) Extra-Bescheinigungen können vom Jobcenter natürlich erst – nach- Prüfung der Anträge abgegeben werden, Dauer 4-8 Wochen. Ein Antrag wiederum darf allerdings erst gestellt werden, wenn die örtliche Zuständigkeit nachgewiesen ist, d.h. ein unterschriebener Mietvertrag vorliegt … den ich erst bekomme, wenn die Extra-Bescheinigungen vorliegen, usw. … D.h. die Katze beißt sich in den Schwanz, die Jungs sind ab übermorgen obdachlos und erhalten keine Leistungen mehr, von niemandem. In Bautzen ist einer der drei vom Kloster aufgenommen worden, weil er bereits am 30.6. aus allen Leistungen, incl. der Flüchtlingsunterkunft, rausgeworfen worden war (den Bescheid dafür hat er am 29.6. nachmittags erhalten) und somit von einem Tag auf den anderen bereits auf der Straße stand, im wahrsten Sinne des Wortes. Ausländeramt: „Er hätte halt einen Antrag im Jobcenter Bautzen stellen müssen“.  Aha … und wann? Na- am 30.6. früh, da hatte er ja noch einen Wohnsitz in Bautzen … wenngleich natürlich keinen Mietvertrag, den er auch nicht bekommen hätte, da er mit vorläufigen Papieren (die er am 29.6. bekam) auch kein Anrecht mehr hatte, in der Flüchtlingsunterkunft zu wohnen, d.h., nur noch bis Monatsende … Ahja! Also wiederum keine örtliche Zuständigkeit des Jobcenters Bautzen …. Wer hat geholfen? Ein Klarissenkloster, reines Nonnenkloster, maximalst abgeschottet, mit ewiger Anbetung. Und die nehmen in ihrer stillen Zeit einen jungen Mann auf, einen Moslem, aus völlig fremder Kultur (muss man sich ja wundern, dass er nicht gleich über die schutzlosen -ungläubigen- Frauen hergefallen ist – stattdessen hat er allerdings den Rasen gemäht und den Hof gefegt) … Alleine hätten die Jungen keinerlei Chance, ohne Auskunft, ohne Unterstützung, ohne die Sprache zu verstehen. Und ehrlich gesagt, ich weiß auch gerade nicht, was ich jetzt machen soll mit diesen erstaunlichen Entwicklungen hinsichtlich Mietvertrag….

Urs G. aus Bayreuth