Praxis in Bayern

Pflicht zur Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften

Die Unterbringung von Flüchtlingen ist Aufgabe der Kommune. Laut §53 AsylVfG sollen Flüchtlinge „in der Regel in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden. Hierbei sind sowohl das öffentliche Interesse, als auch die Belange des Ausländers zu berücksichtigen.“
Ob und wann geflohene Menschen in Wohnungen umziehen dürfen, hängt von ihrem rechtlichen Status ab. In Bayern gilt eines der strengsten Aufnahmegesetze bundesweit.

Nur mit gesichertem Aufenthaltsrecht

Geflüchtete Menschen mit gesichertem Aufenthaltsrecht, also nach Abschluss des Asylverfahrens, dürfen in private Wohnungen vermittelt werden. Vorher geht das nur in Ausnahmefallen, etwa bei Krankheit. Bei den Flüchtlingen mit Duldung dürfen Familien mit Kindern sofort, Alleinstehende erst nach zwei Jahren aus der Gemeinschaftsunterkunft ausziehen.

So sieht die Situation der Flüchtlinge aus

Flüchtlinge leben oft in maroden Unterkünften, Traglufthallen oder Containern, zum Teil auf engstem Raum. Sie haben keine Privatsphäre, keine Rückzugsmöglichkeit. Das führt zu wachsenden Spannungen unter den Bewohnern und verhindert ihre Integration. Flüchtlinge finden nur schwer Kontakt zu deutschen Nachbarn, häufig werden sie ausgegrenzt oder stigmatisiert.

Bürger wollen etwas ändern

Immer mehr Privatleute sprechen uns an, die einzelne oder mehrere Asylsuchende aufnehmen wollen – in ihrer Eigentumswohnung, ihrem Haus, in einer Einliegerwohnung oder in einer WG. Sie wollen helfen und Verantwortung übernehmen. Auch anerkannte, bereits integrierte Flüchtlinge fragen, weshalb sie ihre geflohenen Verwandten nicht gleich bei sich aufnehmen dürfen.

Unser Ziel

Wir wollen erreichen, dass auch in Bayern Flüchtlingen, unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus, die Unterbringung in Privatwohnungen erlaubt wird. So würden die Aufnahmeeinrichtungen entlastet und den Geflohenen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht. Das wäre ohne jeden Zweifel ein wertvoller Beitrag zu einer schnelleren und nachhaltigeren Integration.

Warum?

Die Praxis in anderen Bundesländern belegt die Vorteile der Unterbringung von Geflohenen in Privathaushalten:

  • Stärkung der Eigenverantwortung und Selbsthilfe der Geflohenen
  • Förderung des Spracherwerbs
  • Verstärktes Interesse an einer Arbeitsaufnahme, um den Lebensunterhalt eigenständig zu sichern
  • Vermeidung sozialer Brennpunkte
  • Verteilung über das ganze Stadtgebiet
  • Rückgang der Bürgerproteste gegen Asylbewerberheime in ihrer Nachbarschaft
  • Mehr Plätze in Gemeinschaftsunterkünften für kurzfristige Aufenthalte
  • Win-Win-Situation: Unterstützung alleinstehender, älterer Menschen
  • Entlastung kommunaler Haushalte
  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements durch Aufbau eines Netzwerkes für Ehrenamtliche
  • Insgesamt bessere Integration